Wenn man nicht so kann wie man möchte

Beckenbodenerkrankungen können sich auch in Schwierigkeiten ausdrücken, die Blase vollständig zu entleeren. Dies kann daran liegen, dass durch eine Senkung der Harnblase die Harnröhre abknickt. Ärzte nennen das auch Quetschhahnphänomen. Diese Störung der normalen Harnröhrenfunktion kann aber auch ihr Gutes haben, nämlich dann, wenn die Harnröhre eigentlich als Ventil defekt ist, aber ihre Knickung eine Inkontinenz verhindert. Man kann sich das so erklären:

Stellen Sie sich vor Sie sprengen den Garten und wollen die Düse schließen, doch sie tropft. Der Gartenschlauch ist also inkontinent. Wenn Sie nun den Schlauch knicken, reduzieren Sie den Wasserdruck auf die Düse und sie wird dicht, also kontinent. Andererseits will jemand mit Ihnen vielleicht einen Scherz treiben und knickt den Schlauch während Sie sprengen wollen. Der Schlauch bekommt dann eine Entleerungsstörung, die ganz einfach zu beheben ist: Sie heben die Knickung wieder auf - kann die Harnblase sich wegen einer Knickung nicht entleeren, so kann diese Entleerungsstörung z.B. durch eine Beckenbodenoperation behoben werden.

Schwierigkeiten den Darm gut zu entleeren können ebenfalls durch eine Senkung entstehen. Bei dieser Form wölbt sich der Enddarm in die Scheide. Dadurch ist der vor dem Anus liegende Raum zu groß und der Stuhl bleibt gewissermaßen vor dem analen Schließmuskel "hängen".


normaler Harnblase:
Die Harnröhre schließt (Ventil). Die Harnblase ist entspannt (Speicher).
 


Blasen-
Entleerungsstörung:

Die Harnröhre ist geknickt. Die Blase kann sich nicht gut entleeren.

 


normaler Enddarm:
Der Anus schließt (Ventil). Der Enddarm ist normal weit (Speicher).

 


Stuhl-
Entleerungsstörung:

Der Anus schließt. Der Enddarm ist zu weit.