Häufig gestellte Fragen

Bedeutet der Nachweis von HPV High-Risk-Typen, dass ich eine Krebsvorstufe habe?
Nein. Eine Infektion mit HPV High-Risk-Typen (16,18, u.a.) liegt bei 15-20% aller Frauen zw. 20-25 Jahren vor, ist also recht häufig. Über alle Altersklassen gesehen liegt die Rate bei ca. 5%. Nur wenige von diesen Frauen entwickeln eine hochgradige Krebsvorstufe und noch weniger einen bösartigen Tumor. Deshalb ist es wichtig, dass Sie sich in dieser Situation in einer spezialisierten Dysplasie-Sprechstunde untersuchen lassen. 

Muss bei einem Abstrichbefund Pap IIID gleich eine Konisation durchgeführt werden?
Nein. Es muss lediglich abgeklärt werden, ob behandlungspflichtige Veränderungen am Muttermund vorliegen. Hierzu wird eine Lupenuntersuchung (Kolposkopie) gegebenenfalls mit Probeentnahme (PE) durchgeführt.

Welche Art der Konisation ist die Beste?
Die Konisation mit der elektrischen Schlinge (Leep bzw. Loop) oder dem Laser ist das schonendste Verfahren. Eine Schwangerschaft ist danach in den allermeisten Fällen problemlos möglich. Eine Messer-Konisation sollte nicht mehr durchgeführt werden, da es häufiger zu Narbenbildungen kommt.

Wann kann ich nach einer Konisation wieder schwanger werden?
Nach ca. 3 Monaten ist eine Schwangerschaft wieder möglich.

Ist eine HPV-Impfung nach dem ersten sexuellen Kontakt noch sinnvoll?
Am besten schützt die Impfung junge Mädchen, die noch nie mit den Viren in Kontakt gekommen sind. Der Nutzen der Impfung sinkt nach dem Start eines sexuell aktiven Lebens erheblich. Dennoch können auch bereits sexuell aktive und / oder ältere Frauen von der Impfung profitieren. Dies gilt vor allem für diejenigen, die nicht oder zumindest nicht mit allen Virustypen infiziert sind, vor denen die Impfung schützt. Der tatsächliche Nutzen kann allerdings nur individuell abgeschätzt werden. Hier liegt es in der Verantwortung des Arztes, die Patientinnen auf Basis der Impfstoffzulassung ausführlich zu beraten. Wichtig zu klären wäre beispielsweise, welche Kosten auf Frauen zukommen, für die die aktuelle Impfempfehlung nicht gilt.

Wieviel kostet die Impfung?
Die aus drei Einzeldosen bestehende Impfung kostet 450 Euro. Für Mädchen zwischen 12 und 17 Jahren werden diese Kosten von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. An der Impfung Interessierte, für die die öffentliche Impfempfehlung nicht gilt, müssten mit ihrer Krankenkasse die Kostenübernahme individuell klären. Bei privat Versicherten gelten die jeweiligen Vertragsbedingungen.

Welche Nebenwirkungen können durch die Impfung auftreten?
Im Allgemeinen gelten die Impfstoffe als sicher und gut verträglich. Die am häufigsten beobachtete Nebenwirkung sind Hautreaktionen an der Einstichstelle, vorübergehende Temperaturerhöhung auftreten und in wenigen Fällen Kopf- oder Muskelschmerzen. Da die Impfstoffe nur aus gentechnisch hergestellten Virushüllen bestehen und kein virales Erbmaterial enthalten, birgt eine Impfung keine Infektions- oder gar Krebsgefahr. Bei bestehender Allergie gegen einen der Bestandteile des Impfstoffs sollte nicht geimpft werden. Schwere Zwischenfälle konnten entgegen einiger Berichte in den Medien auch nach sorgfältigen Analysen nicht ursächlich mit der Gabe der Impfstoffe in Zusammenhang gebracht werden.

Ersetzt die Impfung die jährlichen Früherkennungs-untersuchungen?
Nein! Zwar richtet sich die Impfung gegen die HPV-Typen, die für die meisten Fälle von Gebärmutterhalskrebs verantwortlich sind. Sie schützt aber nicht vor allen HPV-Typen, die Gebärmutterhalskrebs verursachen können.

Ist die Impfung auch für Männer sinnvoll?
Auch Männer können Studienergebnissen zu Folge von einer Impfung profitieren: Unter geimpften Männern traten durch die HPV-Typen 6, 11, 16 und 18 hervorgerufene Erkrankungen im Genitalbereich, wie Warzen und Krebsvorstufen an Penis, im Dammbereich, am After sowie Analkrebs deutlich seltener auf als bei Un-geimpften. Fachleute halten eine Impfung von Jungen und Männern zudem für sinnvoll, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen und / oder eine erneute Infektion der Partnerin zu verhindern. Eine öffentliche Impfempfehlung für Jungen / Männer existiert in Deutschland derzeit jedoch nicht. Man geht davon aus, dass eine Impfung möglichst vieler Frauen langfristig auch die Zahl an infizierten Männern senken kann.