HPV (Humanes Papilloma Virus)

Seit Anfang der 80er Jahre wissen wir, dass die Infektion mit Humanen Papilloma Viren der entscheidende, wenn auch nicht alleinige Faktor für das Auftreten von Dysplasien und Gebärmutterhalskrebs ist.

Auch vulväre, vaginale und anale Dysplasien sowie Krebsvorstufen am Penis werden überwiegend durch HPV hervorgerufen.



Die HPV Infektion ist eine sehr häufige, sexuell übertragene Infektion, die nur im Falle eines sehr langen Bestehens zu Krebsvorstufen führen kann. In nahezu 100% der bösartigen Tumoren des Gebärmutterhalses läßt sich HPV nachweisen. In der überwiegenden Zahl der Fälle kann das eigene Immunsystem einen HPV-Infekt innerhalb von zwei Jahren eliminieren, sodass die Infektion folgenlos bleibt.

Papilloma Viren können auch zu Feigwarzen (Condylomen) am weiblichen und männlichen Genitale führen. Diese Veränderungen sind gutartig, aber hoch infektiös und sollten bei beiden Partnern frühzeitig entdeckt und therapiert werden.

Es gibt ca. 150 verschiedene HPV Typen.
Die Typen 16, 18, 31 und 33 sind sogenannte High-Risk-Typen und können zu bösartigen Veränderungen führen. Die Typen 6 und 11 gehören zu den Low-Risk-Typen und können Condylome hervorrufen. Die Tatsache, dass Gebärmutterhalskrebs ursächlich durch eine Virusinfektion hervorgerufen wird, hat zur Entwicklung eines Impfstoffes geführt, der 2006 in Deutschland eingeführt wurde. Mädchen im Alter von 12-17 Jahren sollten möglichst vor dem ersten Geschlechtsverkehr geimpft werden. Hat Geschlechtsverkehr bereits stattgefunden, ist die Impfung dennoch sinnvoll und wirksam. Sie schützt dauerhaft vor neuen Infektionen mit den im Impfstoff enthaltenen HPV-Typen.
Das Risiko Gebärmutterhalskrebs zu entwickeln wird durch die Impfung um 70% reduziert. Condylome können zu 90 % verhindert werden.