Medizinische Forschung bringt immer wieder
erstaunliche Erkenntnisse

Jede Studie, jede Forschungsarbeit bringt uns in der Behandlung unserer Patientinnen weiter


Sicher haben Sie bereits etwas über die Möglichkeit gehört, an einer Studie teilzunehmen. Jede Patientin möchte mit der besten verfügbaren Therapie behandelt werden. Sie möchte, dass die neuesten Erkenntnisse aus der medizinischen Forschung genutzt werden, um ihr zu helfen. Und sie möchte, dass zuverlässig und intensiv an neuen, noch besseren Therapieverfahren geforscht wird.

Studien
Onkologische Studien vergleichen in der Regel zwei oder mehr Behandlungsformen miteinander. Ihr Ziel ist es herauszufinden, ob eine neue Art der Behandlung Vorteile gegenüber einer bereits angewandten Form oder einer Scheinbehandlung (Plazebo) aufweist. Häufig haben dabei weder die Patientin noch der Arzt einen Einfluß darauf, welche der zu vergleichenden Behandlungsformen bei der betreffenden Patientin zum Einsatz kommt ("randomisierte Studie").

Jede Studie muss vor ihrer Durchführung einer Ethikkommission vorgelegt werden. Die Ethikkommission ist eine unabhängige Kontrollinstitution der jeweils zuständigen Ärztekammer (http://www.aerztekammer-hamburg.de/diekammer/ethikkom.htm), in der Ärzte, Juristen, aber auch medizinische Laien vertreten sind. Sie prüft, ob die geplante Studie die folgenden Kriterien erfüllt:
  • die Patienten dürfen keinen unnötigen Gefahren ausgesetzt werden;
  • die Informationen und die Einverständniserklärung sind für medizinische Laien verständlich;
  • die gesetzlichen Bestimmungen werden eingehalten;
  • der Bedarf einer zusätzlichen Probandenversicherung ist geklärt.

Erst wenn die Ethikkommission einer Studie zustimmt, darf diese durchgeführt werden. Zudem kontrolliert die Ethikkommission ständig den Verlauf der Studie und das Einhalten der vorher vereinbarten Vorschriften. Sieht die Ethikkommission die Sicherheit der Patientin gefährdet, so muss die Studie abgebrochen werden.

Ihre Rechte als Patientin

Kein unnötiges Risiko
Auch wenn Sie an einer Studie teilnehmen, in der neue Medikamente getestet werden, können Sie sicher sein, dass Sie keinem unnötigen Risiko ausgesetzt werden. Eine Studie darf nur durchgeführt werden, wenn auf dem Boden vorangehender Untersuchungen davon auszugehen ist, dass das neue Medikament gegenüber herkömmlichen Medikamenten Vorteile und insbesondere keine schwerwiegenden Nachteile aufweist.

Information und Beratung
Sie haben zudem Anspruch auf eine "detaillierte Information und Beratung" sowie eine "sichere, sorgfältige und qualifizierte Behandlung und angemessene Beteiligung", so bereits 1999 von der Kultusministerkonferenz in "Patientenrechte in Deutschland heute" festgeschrieben. Dies bedeutet, dass Ihr Arzt mit Ihnen alle Fragen, die Sie zu Ihrer Behandlung haben, bespricht und Sie mit dem nötigen Fachwissen gründlich und sicher behandeln muss.

Nach ausführlicher Beratung und vollständiger Information über alle zur Verfügung stehenden Therapiemöglichkeiten entscheiden Sie selbstverständlich selbst, ob Sie im Rahmen einer Studie oder nach dem jeweils gültigen Standard behandelt werden möchten (so genannte aufgeklärte Einwilligung oder "informed consent").

Besondere Rechte
Für den Fall, dass Sie sich für eine Studienteilnahme entscheiden, haben Sie neben dem bisher Genannten weitere besondere Rechte:
  • Die Daten, die Sie im Rahmen der Studie preisgeben, sind streng vertraulich. Medizinische Daten dürfen nur anonym, also nicht im Zusammenhang mit Ihrem Namen ausgewertet werden.
  • Sie sind über eine besondere Versicherung, die Probandenversicherung, zusätzlich versichert.
  • Wenn während der Studie schwere Komplikationen oder Nebenwirkungen auftreten, muss der betreuende Arzt die Behandlung beenden.
  • Sie können jederzeit aus der Studie austreten, ohne dass für Sie dadurch Nachteile entstehen.